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Nothilfe für Polarhunde e.V.
Nothilfe für Polarhunde e.V. Wir suchen für unsere Sorgenkinder Menschen, die sich mit ihrem Kameraden sportlich (keinen Rennsport) betätigen, die Tiere voll in die Familie einbinden und nicht im Zwinger (Isolations- und Einzelhaft) "abstellen". Papiere haben für uns keine Wertung. Die Haltung nordischer Hunde ist ganz besonders arbeitsintensiv, da sie sich vom „Normalhund“ durch einen ausgeprägten Betätigungsdrang und Jagdtrieb auszeichnen. Viele Käufer lassen sich vom hübschen Äußeren der Hunde täuschen und setzen ihr Tier auf die Straße, sobald es anstrengend wird. Solche Tiere machen oft mehrere Besitzerwechsel mit, werden durch Zwang an der Auslebung ihres natürlichen Verhaltens gehindert oder für den Rest des Lebens in einem Zwinger, Keller oder Schuppen abgestellt. So mancher unverantwortliche Sportler überlässt ganze Rudel sich selbst, bis die Veterinärbehörde einschreitet.

 
Bild 1 von Nothilfe für Polarhunde e.V.

Bild 2 von Nothilfe für Polarhunde e.V.

Bild 3 von Nothilfe für Polarhunde e.V.

Unser Standort:
Heinrich-Huber-Str. 3 86956 Schongau
Deutschland und angrenzendes A

Kontakt:
Gert Müller, Geschäftsführer
08861/1756
08861/910877
Homepage: www.polarhunde-nothilfe.com
E-Mail: webmaster@polarhunde-nothilfe.com

Unsere Öffnungszeiten:
24h, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter http://www.polarhunde-nothilfe.com

Wir über uns:
Unsere Mitglieder sind ausnahmslos ehrenamtlich tätig und versuchen unter Aufbietung aller Kräfte, diesen Hunden doch noch ein artgerechtes und glückliches Leben zu ermöglichen, aber auch großes Leid schon im Vorfeld zu verhindern, indem wir über die nordischen Rassen aufklären und Informationsarbeit betreiben.

Unsere Arbeit besteht zunächst einmal darin, diese Tiere privat oder in unserer Auffangstation aufzunehmen, wenn nötig, gesund zu pflegen und sie mit liebevoller Hand auch seelisch wieder aufzubauen, so dass sie neues Vertrauen fassen können. Mit allen Mitteln (Zeitungsanzeigen, Internet, Fernsehen, vereinseigenes Journal usw.) versuchen wir, kundige Interessenten für unsere Schützlinge zu finden. Diese werden persönlich von uns besucht und beraten, bevor das Tier evtl. übergeben werden kann, wir stehen als Ansprechpartner bei Problemen zur Verfügung. Durch Verträge sichern wir den Hund gegen weitere Abgabe ab.
 Unsere Tiere:
 
Foto von Shiro

Shiro
Hund/Husky

Alter: 2

Als Welpe hat sich der im Dezember 2006 geboren Husky-Rüde Shiro sein Leben vermutlich anders vorgestellt als knapp zweijährig im Tierschutz zu landen – früher wäre aber vermutlich besser gewesen ….

Wahrscheinlich wegen seines hübschen Aussehens wurde Shiro von einer Familie mit einigen Kindern adoptiert. Was die Haltung eines Nordischen anbetrifft, so hatte man sich wenig bis gar keine Gedanken gemacht, einen Zwinger von 2 X 2 m fand man ausreichend.

Was passiert nun, wenn Kinder von einem Hund nicht mehr haben, als dass er hinter Gittern sitzt? Sie probieren, was trotz Gitter möglich ist und probieren immer mehr und weiter, wenn keiner danach guckt. Wobei man ihnen da keinen Vorwurf machen kann, denn mit einem Unrechtsbewusstsein wird man nicht geboren, das muss man entwickeln und dafür braucht man Vorgaben, von Erwachsenen. Doch die dachten, dass der arme Hundemann sich schon wehren werde, wenn es ihm zuviel würde – doch Shiro wehrte sich lange Zeit nicht, auch dann nicht, als dass, was dort statt fand, schon lange den Tatbestand des Quälens erfüllte. Irgendwann kam dann aber der Tag, an dem war es Shiro zu viel und er wehrte sich so, dass dabei ein Kind verletzt wurde.

Nun wurde das Ordnungsamt involviert und machte sich vor Ort ein Bild von der Situation. Spät kam sie nun, die Hilfe aus der Nachbarschaft für Shiro, denn glaubhaft gaben mehrere Personen an, dass sie der Meinung seien, der Hund habe sich zu Recht gewehrt, aber viel zu spät. Glaubwürdig die Angaben und so wurde Shiro nicht als gefährlich eingestuft, sondern schnellstens dort weg geholt.

Eine erste Unterkunft bot ihm eine örtliche Tierschutzorganisation, die ihn jedoch nicht bis zur Vermittlung behalten konnte. Denn auf Hunde ist man dort nicht eingerichtet, hat sich der Hilfe für die Samtpfötchen verschrieben – und denen wäre Shiro dann zu gerne ans Leder gegangen. Also suchte man eine schnelle Lösung und fand sie mit der Vermittlung über eine rassespezifische Organisation.

Zwischenzeitlich ist Shiro in der Auffangstation Süd gelandet, hat sich gut eingewöhnt und verhält sich recht normal. Anfänglich zeigte er massive Ängste, wenn man ihn wegsperren wollte oder musste (kann man’s ihm verdenken, schließlich war das sein Alltag gewesen), zwischenzeitlich lässt er sich jedoch mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen lenken.

Es wird aber sicherlich dauern, bis er wieder so richtig Vertrauen fasst, noch fühlt er sich seiner Haut nicht ganz sicher. Berührungen am Hals mag er nicht, weshalb wir ihm sein Halsband ausgezogen haben. Ansonsten bettelt er um Streicheleinheiten, die er wohl viel zu lange missen musste. Draußen zieht er wie jeder andere junge, noch wenig erzogene Husky, liebt die Spaziergänge und wir sind guter Dinge, dass wir auch für ihn einen Platz bei kompetenten und verantwortungsbewussten Menschen finden werden, die Shiro Zeit lassen, um richtig „anzukommen“. Ein Anfängerhund ist er nach seinen Erlebnissen nicht mehr, Erfahrung mit Hunden wäre von Vorteil. Auf jeden Fall sollte es ein Haushalt ohne Kinder und auch ohne Kleintiere und Katzen sein.

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Foto von Sinja

Sinja
Hund/Husky-Mix

Alter: 2

Sinja ist eine aus Rumänien stammende Husky-Mischlingshündin von eher geringer Körpergröße, über deren Vorleben vor ihrer Ankunft in einem der dortigen Hunde-Auffanglager eigentlich nichts bekannt ist. Die Selbstverständlichkeit, mit der sie mal eben aus dem Stand –zack- auf den Schreibtisch im Büro der Station sprang, vermittelte uns allerdings den Eindruck, dass sie bislang wohl nur draußen lebte und daher gar nicht weiß, dass so ein Schreibtisch dem Arbeiten für Zweibeiner dient und nicht zum drauf Rumstampfen für Hunde gedacht ist.

In der Station wirkt Sinjas offene, unkomplizierte natürliche Art herzerfrischend, völlig unbelastet und neugierig geht sie alles an, ein kleiner Wirbelwind, der stets gute Laune hat und diese auch verbreitet. Im häuslichen Bereich könnte sie damit aber während der Eingewöhnungszeit wie der sprichwörtliche „Elefant im Porzellanladen“ wirken, irgendwie sieht man vor dem geistigen Auge schon fast das eine oder andere versehentlich zu Boden gleiten, wenn Sinja sich mit der neuen Umgebung vertraut macht und versucht, den Sinn der Dinge zu ergründen. Ihr während dieser ersten Schritte ins Leben als Haushund viel Zeit und Schützenhilfe geben zu können, scheint bei ihr fast angeraten.

Die Power des noch jungen Hundes zeigt sich bei Sinja in der Station in vielen Situationen, auch eine gewisse Findigkeit und Hartnäckigkeit, schon seit ihrem Einzug arbeitet sie an dem großen Projekt „kann ein Hund den Zaun hoch klettern, gar überklettern?“. Ein gewisses sportliches Talent ist dabei durchaus erkennbar, aber eine Katze scheint doch nicht unter ihren Vorfahren gewesen zu sein. Dies scheint auch Sinja bemerkt zu haben, denn parallel versucht sie sich noch im Untertagebau – ist sie vielleicht gar eine verkappte Tierschutz-Sicherheitsbeauftragte, die da gerade die Station auf volle Funktionsfähigkeit hin testet?
Insofern Sie also einen Garten haben, sollten Sie bereits vorab die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Sinja dort weiter wirken würde …

Laut mitgebrachtem Impfpass ist Sinja in 2007 geboren, sie könnte allerdings auch etwas älter sein, wenn man so aufs Gesäuge schaut, das auf den ersten Blick den Eindruck mehrerer Würfe vermittelt. Sie könnte aber auch ein an sich nicht besonders gutes Bindegewebe haben oder neben eigenen auch fremde Welpen angenommen haben, sie lebte in Rumänien mit rund einem Dutzend Hunde in einem Gehege und darüber, wie stark ausgeprägt ihr „Mutterinstinkt“ ist, wissen wir natürlich auch nichts. Angekommen ist sie bereits kastriert, was bei der Einschätzung allerdings nicht weiterhilft. Ob sich das Gesäuge in den kommenden Wochen noch etwas zurückbildet, werden wir sehen, falls nein, gäbe es für neue Besitzer (falls diese es als störend empfinden) immer noch die Möglichkeit, es operativ korrigieren zu lassen, quasi „Schönheitschirurgie für den Hund“. Dies ist übrigens ein in der Veterinärmedizin nicht ungewöhnlicher Eingriff, durchgeführt vor allem bei älteren Zuchthündinnen, bei denen dann oft auch gesundheitliche Aspekte mit hineinspielen.

Doch nicht nur mit Artgenossen kommt Sinja gut klar, auch mit Menschen hat sie keinerlei Berührungsängste, ganz im Gegenteil, wenn sie könnte, wie sie gern wollte, dann wäre sie immer irgendwie im engeren oder weiteren Dunstkreis eines solchen zu finden. Trotz all ihren Temperamentes ist sie eine an sich verschmuste Hündin, die ihre Streicheleinheiten auch einfordert, sich dabei gerne auch mal vordrängelt – ganz still stehen, sitzen oder liegen kann sie aber auch dabei nicht, irgendwas ist immer in Bewegung bei ihr, sie hat grad etwas von einem kleinen, unausgelasteten Zappelphilipp. Auslastung wird bei ihr im neuen Zuhause überhaupt so etwas wie ein Zauberwort sein, sie müde zu kriegen ist so wirklich einfach nicht und daher suchen wir für sie recht sportliche Menschen, die mit ihr mithalten können.

Da Sinja deutlich Jagdtrieb zeigt, soll sie nicht in einen Haushalt mit Katzen vermittelt werden, Kleintiere nur, wenn diese wirklich einbruchssicher untergebracht sind und das auch dann noch, wenn eine beharrliche und gewiefte Hündin wie Sinja sie als Zielobjekt ausgemacht hat. Kinder sollten – wie immer beim jungen Hund Typ „wilde Hummel“ - auf jeden Fall standfest sein und ein bisserl was abkönnen, so richtig einschätzen kann Sinja ihre Kraft nicht immer, ja nicht mal ihr Sprungvermögen, statt Küsschen kriegt man da schon mal fast den Hundebauch aufgedrückt. Bis das einmal alles in „gesitteten“ Bahnen verläuft und Sinja wenigstens das kleine Hunde-ABC gelernt hat, wird es vermutlich einiges an Nerven brauchen (und sicher das eine oder andere Schmunzeln unterdrückt werden müssen).
Für die, die noch nicht abgewunken haben, noch ein kleines Guzzele zum Schluss: Sinja fährt überraschend anständig und völlig problemlos im Auto mit und läuft recht angenehm ohne großes Ziehen an der Leine.

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Foto von Gass

Gass
Hund/Husky

Alter: 7

Nein, der im Oktober 2001 geborene Gass ist kein „Problemhund“, aber eben auch nicht der smarte, auf alle Menschen freudestrahlend zustürmende Husky, der sich von jedem den Pelz kraulen lässt. Wobei es auch im Leben dieses Rüden Menschen gibt, bei denen er sich spontan so verhält und so immer wieder selbst die in Erstaunen versetzt, die ihn seit Welpenbeinen kennen.

Denn genau so lange lebte Gass bei seinen derzeitigen Besitzern, abgegeben werden musste er wegen familiärer Veränderungen. In seinen ersten beiden Lebensjahren genoss Gass die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Menschen, viel Zeit wurde auch für seine Erziehung aufgewendet und doch ist er der geblieben, der er von Anfang an war: der etwas spröde und mitunter äußerst sturköpfige Gass oder wie seine Menschin es nennt „ein sturer, liebenswerter ESEL“.

Gass hat also eine gute und solide Grunderziehung, die hinsichtlich des manierlichen Laufens an der Leine beinhaltet, dass Gass seine Menschen zur Toleranz erzogen hat. Es ist Gass, der das Tempo vorgibt und wenn seine Menschen nicht ordentlich mithalten können, dann reicht seine Energie durchaus, um diese mitzuziehen. Denn Spaziergänge sind laut Gass dazu da, dass man als Hund etwas erlebt, es gibt so viel Spannendes zu erkunden und zu erschnüffeln unterwegs, vor allem wenn man wie Gass ordentlich Jagdtrieb hat.

Bei Begegnungsverkehr sollte man Gass aber zu sich heranholen, denn seine Marotte, gerne mal im Passieren eben rüber zu schnappeln, widerstand ebenfalls den Erziehungsbemühungen. Wobei das „zu sich heranholen“ beim Nahen anderer Spaziergänger, Jogger oder ähnlichem eh eine Selbstverständlichkeit sein sollte für jeden Hundebesitzer, schließlich mag nicht jeder Hunde und manche haben sogar ausgesprochen Angst vor ihnen. Gass ist auch das Laufen am Fahrrad gewöhnt, hier handhabten es seine bisherigen Besitzer so, dass sie ihn zum einen am Springer festmachten, aber mittels separater Leine, die in der Hand gehalten wurde, in solchen Situationen zusätzlich korrigierend auf den Rüden einwirken konnten. Das funktionierte einwandfrei.
Menschen gegenüber ist Gass wie geschildert an sich zurückhaltend und direkte Ansprache (und eindeutige Körperhaltung „lass grabschen“) Fremder quittiert er schon mal mit bellendem Ausweichen. Günstiger ist es bei Gass, man lässt ihn von selber kommen, Husky genug um neugierig dann doch den / die Fremden zu erschnüffeln ist er allemal. Er hatte daher auch nie Schwierigkeiten, wenn er wegen Urlaubs in Tierpensionen war, den ersten Tag zögerlich und am nächsten meist schon eine Klette.

Einmal „angeklettet“ ist Gass ein sehr anhänglicher Rüde mit großem Bedürfnis nach Zuwendung und Streicheleinheiten sowie dem Wunsch „dabei zu sein“, sich in der Nähe seiner Bezugspersonen aufhalten zu können. Gass stammt aus einem kinderlosen Haushalt und soll auch wieder in einen solchen vermittelt werden, denn er hat vor vielen Jahren mal weniger schöne Erfahrungen mit kids gemacht und steht diesen noch heute skeptisch gegenüber. Besuch mit Kindern ist natürlich auch mit Gass im Haus möglich, seine bisherigen Besitzer behielten ihn dann einfach bei sich und sorgten dafür, dass Gass seine Ruhe behielt, dieses Vorgehen funktionierte problemlos.
Mit Artgenossen ist Gass recht umgänglich, auch dann, wenn eine Hündin dauerhaft an seiner Seite ist.

Gass sucht nun nach Menschen, bei denen er mit samt seinen kleineren Ecken und Kanten sein kann was er ist, ein sportlicher, unternehmungslustiger und verschmuster Familien-Husky für einen Erwachsenen-Haushalt.

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Foto von Jaki

Jaki
Hund/Husky-Mix

Alter: 9

Bereits Ende Mai 2009 zog der im März 2000 geborene Jaki im Nordlicht ein, die Lebensumstände seiner Vorbesitzer, die ihn als jungen, aber bereits erwachsenen Hund aufgenommen hatten, hatten die weitere Haltung unmöglich gemacht.

Beschrieben wurde Jaki im Vorfeld der Abgabe als nicht immer einfacher Hund, gerade in Situationen mit viel Bedrängung und Körpernähe (Entfernen einer Zecke, Einbringen von Augensalbe etc.) reagiere er mit Abschnappen, ohne vorherige Warnung. Bei Übernahme hatte Jaki denn auch eine bereits länger bestehende Augenentzündung, die nach eingehender Beratung mit dem Tierarzt zunächst mit einem über das Futter verabreichten Antibiotikum behandelt wurde. Da dieses anschlug, konnte so eine mögliche, sofortige Konfrontation mit Jaki vermieden und seine Beschwerden gelindert werden.

In den darauf folgenden Wochen tastete man sich mit Unterstützung der Hundeschule Silvia Klüppelberg an den Rüden und sein Wesen heran, zum einen wegen der mit auf den Weg gegebenen Vorgeschichte und zum anderen, weil man nicht oft mit einem Mischling aus Picard und Husky zu tun hat.

Der Picard ist ein französischer Hirtenhund, der früher oft zum Hüten von großen Tieren wie Kühen oder zum Bewachen einsamer Gehöfte herhalten musste, eine Aufgabe, die heute kaum noch ein Vertreter dieser Rasse erfüllen muss. Aber es impliziert natürlich eine gewisse Eigenständigkeit und auch Entscheidungsfreude, denn nur mit diesen Eigenschaften kann ein Hund so verantwortungsvolle, eigenverantwortliche Aufgaben erfüllen.

Um das Ergebnis der Arbeit mit Jaki vorneweg zu nehmen: er ist ein sehr geradliniger und aufrichtiger (manche nennen es auch „ehrlicher“) Hund, der in seinem Verhalten dem Picard sehr nahe kommt. Und er ist auch kein Hund, der ohne Warnung Schnappverhalten zeigt – die ersten körpersprachlichen Zeichen wahr zu nehmen (also alles vor dem Knurren) durch seine dichtes, langes Fellkleid aber schwieriger als beim kurzhaarigen Nordischen und daher präsentiert sich Jaki nun auch mit entsprechend zurechtgestutzter Gesichtsbehaarung.

Auf der Suche nach für Interessenten hilfreichen Informationen zum Picard stießen wir auf die Webseite des schweizerischen CfH (Club für Französische Hirtenhunde e.V.) und fanden neben vielem anderem dies:

„Charmantes Rauhbein mit zarter Seele“ - das ist wohl die passende Beschreibung für den Picard. Im modernen Hundesport ist er lernfähig, aber nicht immer lernwillig und stellt daher für den passionierten Hundeführer eine Herausforderung dar.
Kein Hund lässt sich im Schlaf erziehen, aber der Picard stellt schon besondere Anforderungen, denn seine Eigenwilligkeit macht es einfach schwieriger.
Mit der nötigen Menge an Geduld, Phantasie, einem kräftigen Schuss Humor und genügend Zeit und Lust, den Hund gut zu sozialisieren und zu erziehen, erhält man einen liebenswürdigen Begleithund, den man überall mit hinnehmen kann."

Treffender lässt sich Jaki, der im täglichen Erleben und Umgang ein absolut faszinierender Hund ist, kaum beschreiben. Das mit der guten Sozialisation ist bei ihm schon größtenteils gelaufen, mit neun Jahren ist er kein Jungspund mehr und steht auf einer soliden Basis an Umwelterfahrungen. Er kann im Umgang mit anderen Hunden ebenso bestehen wie beim zwischenzeitlich längst erfolgten Tierarztbesuch und in der Zusammenarbeit mit seinen Bezugspersonen.

An diese stellt er allerdings einige Ansprüche, echte Führungsqualitäten sollen sie haben, „aufgesetztes“ wie die in Coaching-Sendungen oft angeregten Hausstandsregeln (Mensch zuerst durch die Tür, zuerst essend, Hund nicht auf die Couch etc.) durchschaut Jaki schnell. Der Partner an seiner Seite muss die Situationen wirklich erfassen und gestalten können, das „nein“ wenn Jaki die Schnauze bereits über dem Kuchenstück hat ist dann eindeutig zu spät, ihm muss man schon im Ansatz mitteilen, wo es längs geht, sonst verselbständigt er sich.
Und ganz wichtig: Jaki will vollen Anschluss an seine Bezugspersonen und auch gewisse Aufgaben, bis auf Spaziergänge einfach nur beschäftigungslos in Außenhaltung vor sich hindümpeln ist für ihn ein untragbarer Zustand. Folgerichtig sind für ihn derzeit die Besuche in der Hundeschule das absolute Highlight. Jaki würde am liebsten jedes Mal, wenn er das Gehege, das er sich mit Shorty und Jack teilt, verlässt, schnurstracks ins Vereinsauto einsteigen und zum „arbeiten“ düsen. Gearbeitet wird – wenn denn Hundeschule ansteht – allerdings im Jaki-Modus: oft Anweisungen hinterfragen oder auf Sinn prüfen, liebenswert eigenständig eben, auch in den Pausen – aber doch nicht so eigenständig, dass er seine Bezugspersonen wirklich aus den Augen lässt. Das passiert ihm nur, wenn der Jagdtrieb mit ihm durchgeht, den hat er (leider) vom Husky geerbt und muss daher bei Spaziergängen an der Leine bleiben.


Jaki ist nicht nur optisch ein Unikat, ein fröhlicher, lebensbejahender Hund mit einer bunten Mixtur aus Stärken und Schwächen, wobei letztere vor allem dann zum Tragen kommen, wenn die Mensch-Hunde-Beziehung aus Vierbeiner-Sicht nicht stimmig ist.

Und wenn Sie noch mehr über Jaki erfahren wollen, dann melden Sie sich doch einfach mal unverbindlich per mail oder Telefon im Nordlicht – vielleicht wird’s ja was mit Ihnen und Jaki …..

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Foto von Jago

Jago
Hund/Alaskan Husky-Mix

Alter: 10

Als etwas zweijähriger Jungrüde kam Jago im Jahr 2000 im Rahmen des Auslandstierschutzes nach Deutschland und wurde von seiner Vermittlerin gemeinsam mit einer Hündin in einer Pflegestelle untergebracht. Dort kam man offensichtlich mit den Hunden, vor allem wohl wegen des rassebedingten Jagdtriebs und der Eigenständigkeit, nicht zu Rande. Jagos Jagdtrieb ist sehr ausgeprägt, er hatte nach den Angaben auch bereits Jagderfolg und in sein Beuteschema fallen wohl leider auch kleine Hunde. Von Mitarbeitern der aktion tier-menschen für tiere e.V. wurde Jago im Juni 2005 in das dem Verein gehörende Tierheim in Hann Münden gebracht. Dem für den Wohnort der Pflegestelle zuständigen Amtsveterinär waren Missstände in der Haltung der Hunde, denen mit (leider geradeso eingehaltenen) Auflagen entgegengewirkt wurde, schon längere Zeit bekannt. Unbeteiligte vor Ort gaben an, die Hunde seien über Jahre nicht mehr bewegt worden, ein kaum 8 qm großer Zwinger war alles, was ihnen zur Verfügung stand. Jago, der unter Zwingerkoller leidet, hatte das "Privileg" öfter an eine Laufleine außerhalb des Zwingers gehängt zu werden. Geimpft oder tierärztlich versorgt wurde er in all den Jahren nicht.

Der Alaskan Husky Mix Jago ist trotz seines angenommenen Geburtsdatums von 1998 noch immer ein sehr temperamentvoller und agiler Hund, dessen Sprungvermögen manchen Sportler blass werden lässt. Erziehung hat er bisher eigentlich gar keine genossen und wenig kennen gelernt, durch sein angeborenes Temperament neigt er dazu, in Stresssituationen "über" zu reagieren, dreht sich dann im Kreis. Ähnlich reagiert er auf mangelnde Auslastung, ein Hund für Menschen mit guten Nerven, ausreichend Vorerfahrung und viel Geduld, die ihn langsam an all das heranführen, was momentan Stress auslösend ist. Zu berücksichtigen gilt es dabei, dass dafür erst ein Zugang zu Jago gefunden werden muss, auch dies mit etwas Zeit und Geduld verbunden, der Rüde verhält sich Fremden gegenüber zunächst sehr abwehrend. Ist man für ihn dann aber eine "bekannte Person", ist er ein sehr freundlicher Hund, der sich über Zuwendung freut.
Von seinen Geschlechtsgenossen hält Jago wie manch anderer Rüde recht wenig, könnte aber möglicherweise wieder mit einer Hündin vergesellschaftet werden.

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Foto von Shorty

Shorty
Hund/Husky

Alter: 3

Mit einem blauen und einem braunen Auge betrachtet dieser Rüde aufmerksam die Welt um sich herum, so, als sei ihm vieles, was er auf den Gängen rund ums Nordlicht wahrnimmt vertraut aus früheren Tagen und doch seltsam fremd.

Wenig nur ist bekannt über das Vorleben von Shorty, der einer der beiden älteren Hunde innerhalb des im Herbst aufgenommen Teil-Rudels von fünf Rüden war, die letzten Haltungsbedingungen war jedenfalls keine guten. Über das davor kann man nur spekulieren, menschenbezogen und auch leinenführig wie Shorty ist, war er vielleicht einmal das, was man den vierbeinigen Lebensgefährten nennt.

Im Dunkeln liegt auch Shorty’s Alter, bei der Erstuntersuchung wurde er auf 5 -6 Jahre geschätzt, war dort allerdings derart aufgeregt und „neben sich“, dass ausdrücklich vermerkt wurde, dass er sehr scheu ist. Etwas, das im Nordlicht überhaupt nicht durchscheint, nicht mal bei der Ankunft, im Gegenteil, Shorty machte einen offenen und neugierigen Eindruck, sein neuer Wohnort wurde vorsichtig, aber nicht ängstlich bis ins Detail erkundet. Insgesamt würden wir ihn eher etwas jünger schätzen, so irgendwo zwischen 3 und 5 Jahren.

Auch vor den Menschen zeigt er keinerlei Scheu, eher im Gegenteil, er krakeelt schon mal ganz gerne in seinem Gehege herum und zeigt sich hocherfreut, wenn man dann erscheint um ihn zur Ruhe zu mahnen. Aufmerksamkeit will er und liebend gern würde er sich dem Personal enger anschließen als es möglich ist, versorgt werden wollen ja alle und nicht nur Shorty, auch wenn er sehr charmant um mehr Zuwendung betteln kann. Das ganze übrigens mit einem unübersehbaren Überbiss- Husky-Lächeln, das ihm eine ganz eigene Note verleiht, aber ihn nicht behindert oder stört.

Vom Rest seiner Gruppe hat sich Shorty mit dem Einzug ins Nordlicht „abgesetzt“, so als wolle er sich von allem Unbill vergangener Tage befreien. Wirklich vermisst wird er vom Rest der Truppe, von der sich vor ihm schon John krankheitsbedingt absetzte, nicht, denn er ist schon einer, der Auseinandersetzungen nicht unbedingt aus dem Weg geht. Mit einem Rüden sollte er also besser nicht mehr vergesellschaftet werden, wie es mit einer Hündin wäre, muss man sehen, noch steht Shorty insgesamt erkennbar unter großem Stress. Dies dürfte mit dazu beitragen, dass er derzeit anderen Hunden (nicht Menschen!) gegenüber ganz kritisch ist, wenn es um die Frage „meins oder deins“ geht, momentan meint Shorty ständig „meins“: mein Loch, meine Hütte …… - unmissverständlich nimmt er das Objekt in Beschlag und guckt so kritisch, dass bisher noch kein Vierbeiner weiter nachfragte…

Für Shorty, der eigentlich Short Tail heißt, obwohl definitiv überall alles Fragliche in voller Länge dran ist, suchen wir, damit er endlich mal zur Ruhe kommt, ebenfalls dringend nach einer Pflegestelle. Ideal wäre für ihn momentan ein Einzelplatz, vielleicht auch noch ein Platz an der Seite einer Hündin, deren Menschen mit evt. auch dann auftretendem Resourcen-Übereifer umgehen können. Katzen- und Kleintierverträglichkeit schließen wir bei Shorty aus, da er erkennbar Jagdtrieb zeigt, mit Kindern so etwa Teenageralter sollte er zu Recht kommen.

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Foto von Delta

Delta
Hund/Husky

Alter: 8

Die sehr schlanke und hochbeinige Delta (geb. 03/2000) musste abgegeben werden, weil sich die berufliche Situation ihres Halters so verändert hat, dass dieser mittlerweile rund 12 Stunden außer Haus ist und dies natürlich absolut unvereinbar mit den Bedürfnissen eines Hundes ist.

Bislang hat Delta ein sorgenfreies und behütetes Leben geführt, sie kam als kleiner Welpe zu ihrem ehemaligen Besitzer, wo sie vollwertiges Familienmitglied war und Haus mit Garten zur Verfügung hatte. Gemeinsam hat man eine gute Grunderziehung erarbeitet, von der Welpenschule bis zur Begleithundprüfung.

Obwohl sie sehr viele Kontakte zu anderen Hunden hatte und wegen aufgetretener massiver Scheinträchtigkeiten relativ jung kastriert wurde, wurde Delta mit den Jahren eigenbrötlerischer und wählerischer, was ihre vierbeinigen Freunde anging.

Ihre Geschlechtsgenossinnen zickt sie an, viele Rüden auch, ein wirkliches Schema, wonach sie ihre Sympathien verteilt, lässt sich nur bedingt erkennen. Delta ist also weder „Zweithund“ geeignet noch die richtige Begleitung für Menschen, die gerne und viel in größeren Hundegruppen spazieren gehen, ableinbar ist sie wegen ihres Jagdtriebs trotz ihrer Ausbildung übrigens auch nicht.

Delta sucht also nach einem Platz als Einzelhund, gerne in einer Familie, sie kennt den Umgang mit Kindern (ausgenommen Kleinkinder) und war bislang stets freundlich und umgänglich. Denn zu Menschen, egal ob groß, klein, dick oder dünn und selbst mit Tierarzt-Kittel, ist die Hündin freundlich, sehr offen und für Streicheinheiten immer empfänglich.Delta

Empfänglich ist Delta auch für Fressbares, so sehr, dass sie dafür zum flinken Dieb mutiert, es empfiehlt sich also nicht, dem Kuchen auf dem Tisch und Delta den Rücken zu zudrehen. Futterneidisch war sie trotz ihrer Genäschigkeit aber in ihrem einstigen Zuhause nicht, ihr Besitzer hatte keine Schwierigkeiten, ihr etwas aus oder in den Napf zu tun. Delta hat, wenn es um ihren Napf geht, auch gelernt, das Fressen nur auf Kommando zu beginnen.

Eine gewisse Sportlichkeit sollte Delta’s neue Familie mitbringen, denn mit ihren gerade mal neun Jahren ist die Hündin vom gemütlichen „Rentner-Dasein“ noch einiges entfernt und fordert ihre Bewegung auch ein. In Sachen „wie“ ist Delta recht unkompliziert, es kann spazierengehen, joggen oder am Fahrrad laufen (sie lief stets links am Rad mit) sein, weiter als einmal um den Block muss es natürlich schon sein.

Ihren Wohnsitz hat Delta nun in die Station im Schwarzwald verlegt oder besser verlegen müssen, denn verständlicherweise gefällt es der das Familienleben gewöhnten Hündin dort nicht wirklich gut. Delta würde sich daher freuen, wenn sich bald Besucher einstellen würden, mit denen man bei gegenseitiger Sympathie in eine gemeinsame Zukunft starten könnte.

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Foto von Akira

Akira
Hund/Husky

Alter: 3

Akira, eine recht unkomplizierte junge Hündin

Gemeinsam mit einem einige Jahre älteren Husky-Rüden musste Akira (geb.04/06) im Zuge der Trennung der bisherigen Besitzer in einem befreundeten Tierheim abgegeben werden, das sich wegen der Übernahme mit uns in Verbindung setzte. Kaum zugesagt, wurde Akira auch schon läufig und man vereinbarte daher, dass sie erst danach in die Station umziehen würde – so ein hitziges Mädel sorgt bei den Rüden ja immer für eine gewisse Unruhe. Auf den Umzug warten musste die Huskydame dann aber alleine, denn für Akiras bisherigen Weggefährten konnte man fast umgehend Interessenten ins Tierheim schicken, die ihn auch mit nach Hause nahmen – die Rückmeldungen sind allesamt sehr positiv, was zwar keine Garantie, aber zumindest eine Empfehlung in Sachen Akira ist.

In der Station angekommen, zeigt sich Akira wie von den Abgebenden beschrieben und vom Tierheim bestätigt: eine eigentlich unkomplizierte Hündin, sieht man mal davon ab, dass sie ein Husky mit den dazugehörigen Eigenschaften ist. Dazu gehört logischerweise ein gewisser Jagdtrieb (Katzen und Kleintiere im neuen Zuhause wären also keine gute Idee), eine plötzlich und unvermutet auftretende partielle Schwerhörigkeit (gerne auch bei menschlichen Anweisungen, die grad mit den Hundeinteressen kollidieren) und eine leichte Eigenwilligkeit.

Also nichts, was Husky-Freunde erstaunen oder gar erschüttern könnte, im Gegenteil, bei Kennern kann Akira durchaus mit Vorzügen aufwarten. Denn sie ist von ihrer Art her eine (auch mit Blick auf ihr jugendliches Alter) recht besonnene, mitunter schon fast zurückhaltende Hündin, also keine, die einem wie ein Flummy beim Betreten des Geheges auch schon das Gesicht nass schlabbert. Draußen unterwegs ist sie natürlich genauso flott und sportlich, wie man das von einer Dreijährigen erwarten darf, mitunter auch mit Zug unterwegs, das menschliche Durchschnittstempo ist für Hund ja eher ein zu langsames.

Neben einer gewissen Sportlichkeit erwartet Akira von einem neuen Zuhause vor allem wieder eine Einbindung in die Familie, sie lebte bislang als vollwertiges Mitglied einer solchen in reiner Wohnungshaltung, zu einem eingezäunten Garten würde sie aber bestimmt nicht „nein“ sagen. Mit gängigen Alltagssituationen ist Akira vertraut und weiß sich auch außer Haus so zu benehmen, dass sie – außer durch ihr weißes Fell - nicht wirklich auffällt. In ihrem bisherigen Zuhause konnte sie für eine gewisse Zeit alleine bleiben, wobei das relativ zu sehen ist, sie lebte ja wie eingangs geschildert als Zweithund.

Akira kann also sowohl Einzelhund in ihrem neuen Heim sein als auch als Zweithund zu einem Rüden vermittelt werden, auch zu einem schon etwas Angegrauten. Zum einen kennt sie das aus ihrem Vorleben und zum anderen ist sie eine insgesamt sehr kooperative Hundedame, die nicht unbedingt ihren Willen durchsetzen muss. Verstärkt wird dies durch eine gewisse Gutmütigkeit von Akira – sollte natürlich nicht ausgenutzt werden von eventuell vorhandenen Kindern im Haushalt.

Klingt fast zu gut? Stimmt, aber vielleicht finden Sie ja bei einem Besuch in der Station noch was zum Mäkeln – falls nicht, dürfte es Ihnen schwer fallen, dem Charme von Akira nicht zu erliegen…

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Foto von Jack

Jack
Hund/Husky

Alter: 3

Den mit Abstand längsten Befundbericht der aufgenommenen fünf Rüden aus schlechter Haltung brachte der graue Rüde Jack mit. Sein Körper hatte Ähnlichkeit mit einem Sieb, eine Vielzahl von kleineren, größeren, älteren und jüngeren Bissverletzungen überzog ihn von vorne nach hinten. Da braucht es nicht mehr viel an Wissen, um auf seine Stellung innerhalb des insgesamt mehr als ein Dutzend Tiere umfassenden Rudels zu schließen, er war wohl einer der „Prügelknaben“.

Jacks ganzer Erfahrungshorizont scheint sich auf das Leben innerhalb dieses Rudels zu beschränken. Ein Leben, das wenig zu seiner Persönlichkeit passte, denn Durchsetzungsvermögen und Draufgängertum sind Eigenschaften, die er nicht unbedingt hat – wäre er anders herangewachsen, wäre er vielleicht einer jener sanften und sehr sozialen Rüden geworden, die man immer mal wieder bei den Nordischen findet. So aber wuchs sich Jack zu einem recht ängstlichen, zurückhaltenden, schon fast „verhuschten“ Rüden heran, der sich wenig bis gar nichts zutraut und Neues am liebsten im Schlepptau anderer (oder auch gar nicht) angeht.

Für ihn braucht es also sehr sensible und doch fordernde Menschen, die ihn behutsam aus seiner „ich trau mich nicht“-Position herausholen und ihm zeigen, dass man im Leben auch dann Spaß haben kann, wenn man nicht der Markigste ist. Jack würde vermutlich sehr von einer vorhandenen lebensfrohen und tuffen Hündin profitieren, die ihn fröhlich mitzieht und gar nicht erst in Zögerlichkeiten versinken lässt. Das funktioniert auch jetzt manchmal, wenn seine Kollegen Jim und Jay in Richtung Zaun stürzen, Besucher ein wenig verbellen (ja, wir werden denen bestellen, dass Huskys so etwas eigentlich nicht tun), dass er spontan mitläuft und aus der „zweiten“ Reihe ebenfalls mitwufft.

Bis zur Vermittlung hat Jack allerdings noch ein Stückchen Weg vor sich, während seines mehrwöchigen Tierheimaufenthaltes gelang es nicht, ihn soweit leinenführig zu bekommen, dass er etwas von der Welt außerhalb zu sehen bekam. Daran wird nun natürlich weiter gearbeitet, ist das aber geschafft, wird noch viel mehr Neues und vermutlich überwiegend erstmal Beängstigendes auf Jack hereinstürmen – von den Fünfen könnte er derjenige sein, der seinen neuen Besitzern am meisten Geduld abverlangt und neben Fortschritten auch immer wieder Rückschritte einlegt.

Jack kann bislang wenig zeigen, was eigentlich in ihm steckt, wir vermuten aber, dass der huskytypische Jagdtrieb vorhanden ist und Katzen und Kleintiere keine besonders gute Mitbewohner-Idee wären in einem eigenen Zuhause. Wie es mit Kindern wäre wissen wir ebenfalls nicht, kommt letzten Endes auch auf die Erwartungshaltung der Kids an, Jack nach einem Einzug gleich durchzukraulen dürfte eher utopisch sein.

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Foto von Mina

Mina
Hund/Husky

Alter: 4

Happy-End für „Ilse, Bilse, keiner will se“-Geschichte gesucht: Mina

In Spanien engagierte deutsche Tierschützer hatten sich um die Übernahme der vier- bis fünfjährigen Husky-Hündin Mina durch die NfP bemüht, die in einer Station bei Barcelona bereits seit September 07 auf eine Chance wartete. Mit ein wenig Spannung hatte man Anfang Mai die Ankunft von Mina erwartet, irgendwie war schwer vorstellbar, dass eine als jung und an sich problemlos beschriebene Hündin mit negativen Mittelmeertests so lange nicht untergebracht werden kann.

Minas erster Auftritt schien dann alle Unkenrufe im Vorfeld zu bestätigen: der Box entstieg eine augenscheinlich wohl etwas genervte Hündin mit Rubens-Figur, die sich lautstark kläffend alles und jeden vom Leib hielt. Ihrem offensichtlichem Wunsch nach Ruhe kam man daher zügig nach und staunte nicht schlecht, als man am nächsten Tag freundlich-freudig von Mina begrüßt wurde.

In der Station hat sich Mina rasch eingelebt und als fröhlich-lebhaftes Energiebündel entpuppt, dessen mitgebrachte Pölsterchen zusehends schwinden. Trotz ihres nun schon lange dauernden Tierschutzaufenthaltes hat sie rasch Bindungen zu Personal und Spaziergängern aufgebaut und hält auch außerhalb der Station den Kontakt. Eine weitere Überraschung hatte Mina in Sachen Leinenführigkeit parat, sie läuft sehr locker an der Flexileine und korrigiert sich umgehend, wenn sie sich in Sachen Leinenende mal verschätzt hat, also eine wirklich angenehme Begleiterin.

Mit den sommerlichen Temperaturen hat Mina keine Last, sie zieht noch fröhlich ihres Weges, wenn Gehege- und Spazierkumpel Akoda unterwegs bereits ermattend Zunge und Schwanz hängen lässt. Man sollte das „kleine Pummelchen“ eh nicht unterschätzen, was die Sportlichkeit und Energie angeht, im Spiel mit Akoda zeigt sie immer wieder wie flink, wendig und vor allem unermüdlich sie doch ist. Eine richtig muntere noch junge Nordische Dame also, die von ihren zukünftigen Menschen etwas mehr erhofft als kleine oder mittlere Gassirunden einmal um den Block.

Mina kommt auf den Spaziergängen sowohl mit Hündinnen wie auch Rüden klar, zusammenleben sollte sie aber wohl besser nur mit einem Rüden, denn sie weiß sich so von Hund zu Hund schon zu behaupten und hat auch im Zusammenleben mit Akoda „die Hosen an“. Wie es sich mit Katzen oder Kleintieren verhält, lässt sich nur erahnen oder alternativ vom gezeigten Jagdtrieb rückschließen, ausgehend von letzterem sollte Mina wohl besser in einen Haushalt ohne Samtpfoten und Co. einziehen.

Vorhandene Kinder sollten in Minas Fall schon ein wenig größer sein, da sie in manch unbekannten oder noch nicht wirklich vertrauten Situationen (in der Station speziell das Geschirr anziehen) eine gewisse Schreckhaftigkeit und Ängstlichkeit an den Tag legt und weiter bedrängt dann Ansätze von Abwehrschnappen zeigt. Geht man allerdings ruhig und bedacht ans Werk, kommt Mina mit dieser für sie vielleicht auch mit ungewohnt viel menschlicher Nähe und manipulierenden Handlungen verbundenen Geschirranzieherei gut zu Recht. Dafür sorgt auch die dann folgende Belohnung, Leine dran und auf zu neuen Abenteuern ….

Neugierig geworden auf das wieselflinke Pummelchen Mina? Na dann verabreden Sie sich doch mal ganz unverbindlich mit ihr, neben Mina freuen sich auch die meisten anderen Stationsbewohner immer über Besuch und die damit verbundene Abwechslung.

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Foto von Cooper

Cooper
Hund/Husky

Alter: 3

Geboren wurde Cooper im Oktober 2005 und fand ein erstes Zuhause bei einer jungen Frau, die rasch mit dem Temperament des lebhaften Nordischen überfordert war und den jungen Rüden im Alter von etwa einem Jahr einem flüchtigen Bekannten, der ansatzweise Interesse an Cooper zeigte, in die Hand drückte.

Die Aufnahme von Cooper war gut gemeint, aber ohne viel Wissen um den Nordischen Hund geschehen und so gestaltete sich der Alltag mit dem rassetypischen Energiebündel schwierig. Obwohl man willens war, konnte man neben der Selbständigkeit den Rüden nicht wirklich auslasten, Cooper quittierte das auf husky-typische Art und gab schon mal den Innenarchitekten. So wurden die Garage und der Verbindungsgang zum Haus nebst Flur sein hauptsächlicher Aufenthaltsort wenn keiner nach ihm sehen konnte und diese Zeiten wurden häufiger, als dann auch noch die private Trennung des Paares anstand. Cooper konnte man nun gar nicht mehr gerecht werden, die Mutter des weiblichen Trennungsteils fand dann bei ihrer Suche nach Hilfe das Nordlicht und kümmerte sich um alles Weitere.

Gut dreijährig ist Cooper ein unausgelasteter, sichtlich unter Dampf stehender junger Rüde, der nach Ventilen sucht, diese Energie irgendwie loszuwerden. Dabei strebt er nicht einfach nur vorwärts, sondern hält trotz allen Laufwillens einen losen Kontakt zum Menschen am Ende der Leine, mal ein schneller Blick zurück hier, mal einer dort. Die alltäglichen Begebenheiten auf den Spaziergängen meistert er souverän, hat also eine solide Basis um an der Erziehung weiterzuarbeiten, denn da gäbe es schon noch das eine oder andere zu verbessern. Die Grundbegriffe kennt er, aber die Ausführung ist teilweise eine schludrige, beim Sitz schwebt der Pops gern noch überm Boden und sein Blick scheint zu sagen „reicht für Lecker, oder? Gib schon her und sag, was machen wir dann?“

Mit seinen Artgenossen kommt Cooper überwiegend gut zu Recht, aber auch hier spiegelt der an sich sehr sensible Rüde nicht nur das Verhalten seines Gegenübers sondern auch seine Gesamtsituation (beispielsweise mangelnde Auslastung) manchmal wider. Es fehlt ihm hin und wieder noch etwas an Ruhe und Gelassenheit, bei den Mädels mitunter einen Tick zu aufdringlich, bei entsprechend prolligen Geschlechtsgenossen schon mal drauf einsteigend – seiner Teamfähigkeit an sich tut das aber keinen Abbruch, denn Auslastung ist im neuen Zuhause eh ein Muss.

Alles in allem könnte man Cooper als erwachsenen jungen und sehr menschenbezogenen Rüden mit dem Reifegrad eines pubertierenden beschreiben, der bislang weder seinen Platz im Leben noch in einer Familie gefunden hat. Und das, obwohl er von seinem Wesen und seiner Sozialisierung her eigentlich beste Voraussetzungen mitbringt, um mit seinem Zweibeiner ein tolles Team zu werden.

Um ihm diesmal tatsächlich das Durchstarten in ein huskygerechtes Leben zu ermöglichen, sollte er Zweibeiner finden, die mit den Nordischen schon vertraut sind und die Energie eines jungen Vertreters nicht als Last sondern als Potential sehen, das nur in die rechte Richtung gelenkt werden will. Katzen oder Kleintiere sind auch bei Cooper ein „no go“, Kinder sollten schon etwas größer sein..

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Foto von Felix

Felix
Hund/Husky

Alter: 9

Vermutlich gäbe es diesen Vermittlungstext nicht, wenn der neunjährige Felix nicht ein Husky wäre und dazu noch einer, der seiner Rassebeschreibung in Sachen Bewegungsfreude, Energie und Findigkeit mehr als nur Ehre macht. Denn obwohl seine Besitzer ihm, den sie als achtmonatigen Jungspund aufgenommen hatten, schon von Anfang an hinsichtlich der Bewegung nicht ideale Husky-Bedingungen bieten konnten, taten sie doch alles, um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten und sorgten dafür, dass zweimal täglich ein fester Gassigänger mit Felix loszog.

So hatte Felix die Liebe und Versorgung durch seine Besitzer und regelmäßige, lange Spaziergänge – aber ausgelastet hat ihn dies zu keiner Zeit. Wie viele Nordische nahm Felix die mangelnde Auslastung (es fehlte an „geistiger“ Beschäftigung, an einer Aufgabe) nicht einfach hin, sondern suchte sich selber ein Betätigungsfeld. Und da kaum etwas einem Nordischen näher ist als sein Jagdtrieb und die Umgebung auch das rechte Umfeld bot (Kleintiere in Nachbars Gärten und Höfen), kam es, wie es kommen musste.

Sobald Felix eine Möglichkeit sah, sich aus der häuslichen Umgebung davonzustehlen (durch eine nicht ordentlich geschlossene Türe zu witschen etc.), zog er los und suchte nach Abenteuern. Ganz schwierig dabei war, dass der Rüde dabei nicht nur erfolgreich Hühnern, Hasen und anderem kleinen Getier nachstellte, sondern auch Klein- bzw. Kleinsthunde in sein Beuteschema passen.

Die Besitzer von Felix hatten seine Ausbruchsversuche so gut als möglich verhindert, benötigen dann jedoch Hilfe im Alltag und nicht jeder, der ins Haus kam, kam der Bitte Türen sorgfältig zu schließen, immer und in vollem Umfang nach. So kam es nach vielen Jahren, ein erster Vorfall hatte sich als Jungrüde ereignet, schließlich zu einem Übergriff auf einen kleinen Hund, der dabei schwer verletzt wurde. Für Felix Besitzer wäre dies kein Abgabegrund gewesen, sein Einzug in der Station erfolgte auf Druck von außen.

Mit Felix bekommt man jedoch nicht nur einen passionierten Jäger (der sowieso in den meisten Nordischen mehr oder minder stark ausgeprägt drinsteckt und das leinenlose Laufen bei der Mehrheit unmöglich macht). Felix ist in Natura so beeindruckend, wie er auf den Fotos rüber kommt, optisch eine weiß-kupferne Schönheit mit bestechend blauen Augen, gesundheitlich in Bestform und von seinem Wesen her so, wie man es vom Husky kennt und vom neuen Hausgenossen erhofft, offen, freundlich, sportlich und voller Energie und Lebensfreude.

Bislang haben die Jahre bei Felix (geb.06/2000) keine Spuren hinterlassen, müsste man ihn schätzen, auf neun Jahre käme wohl kaum einer. Die Schritte sind kraftvoll, der Zug auf der Leine kann ein energischer werden und auf Spaziergängen zeigt er sich als souveräner, gestandener Rüde, der seinesgleichen nicht unbedingt braucht (und dennoch eine Männerfreundschaft zum Nachbarshund pflegt) und bei Hündinnen äußerst charmant werden kann. Mit fremden Menschen geht er offen und unbefangen um, ein Husky, dessen Leben bislang behütet und geliebt verlief.

Felix könnte also eigentlich überall hin, wo Menschen Freude daran haben, gemeinsam mit einem Hund etwas zu tun, etwas zu erarbeiten, denn „nur“ (miteinander und doch jeder für sich) spazieren gehen, reicht Felix nicht. Mit Blick auf das Kleinhunde-Thema wünschen wir uns zusätzlich eine große Portion Verantwortungsbewusstsein – entweder um Felix entsprechend zu führen oder auch um mit einem Hundetrainer das Verhalten zu bearbeiten, sofern möglich.

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Foto von Lasse

Lasse
Hund/Alaskan Malamute

Alter: 0

Lasse ist vermutlich im Jahr 2003 geboren, so ganz genau lässt es sich nicht sagen, denn er kam als Fundhund Anfang des Jahres 2007 in ein Tierheim und wurde nicht wieder abgeholt. Im April des selben Jahres wurde er dann in eine malamutenerfahrene Familie mit zwei Kindern von damals 10 und 12 Jahren vermittelt, die ihn nun wieder abgeben musste, weil man mit Lasse nicht mehr zu Recht kam.

Bei der Übernahme von Lasse hatte man gewusst, dass es ihm noch an Souveränität und Gelassenheit im Umgang vor allem mit anderen Hunden mangelte, ein Problem, das man mit Hilfe eines Hundetrainers zu lösen gedachte. Leider gelang das nicht, die Spaziergänge waren und blieben anstrengend, Lasse blieb für die Menschen nicht einschätzbar was andere Hunde anging.

Je unsicherer die Menschen am Ende der Leine wurden, desto mehr wurde es auch Lasse – organisatorisch war es nicht anders lösbar, als dass vor allem die Frau Lasse ausführte und diese konnte ihm schon allein des fast ausgeglichenen Kräfteverhältnisses wegen kaum etwas entgegensetzen.

Der Versuch, Lasse mit Spielen und Kopfarbeit im häuslichen Bereich und Garten auszulasten, scheiterte. Je unausgelasteter Lasse, der ja Laufen wollte, wurde, desto mehr Verhaltensauffälligkeiten stellten sich ein. Im Zwinger, den er während der Phasen, in denen man nicht um ihn herum sein konnte, zunächst akzeptiert hatte, randalierte er lautstark und zum Ärger der Nachbarn. Im Haus öffnete er alle Türen oder versuchte es zumindest, was nicht schnellstens aufging, wurde mit den Krallen vehement bearbeitet. Der Garten wurde Jagdgebiet für Vögel und Igel und ansonsten das Sprungbrett zur „großen Freiheit“, immer öfter zerlegte Lasse Teile des Zaunes und ging auf Streifzüge, einer davon endete tödlich für Nachbar’s Hasen.

Anfang September 2008 blieb der Familie nur die Rückgabe von Lasse ans Tierheim, schon kurz darauf wurde sein Einzug im Nordlicht für Notfelle in die Wege geleitet, seine Pflegerin aus dem Tierheim brachte ihn weit bis in den Norden hoch.
Die zugehörige Autofahrt samt Umsteigerei überstand Lasse gut, sicherheitshalber mit Maulkorb, weil ihm auf den Weg gegeben worden war, dass auch Autofahren bei ihm nicht sonderlich im Kurs stehe, es war aber nicht einmal ein Brummen zu hören.

Dass Lasse Zwinger und Begrenzungen, die ihn von den Menschen fern halten, nicht mag, zeigte er in der Station gleich nach dem Einzug. Das Gehege wurde einem gründlichen Check auf Ausbruchssicherheit unterzogen – 40 kg zürnender Malamute brauchten ein Ventil und fanden es schließlich im Balken seiner Behausung, der unten rum nun einem angespitzten Bleistift ähnelt. So gewaltig das „Gewitter“ gewesen war, so schnell beruhigte sich Lasse auch wieder und fügte sich überraschend schnell in die Strukturen der Station ein.

Fast hatte man den Eindruck, er war ein wenig dankbar dafür, dass jede Verantwortung von ihm abfiel und er sich an dem orientieren konnte, was man ihm vorgab. Schnell drehte er seine Spazierrunden daher nicht mehr alleine, sondern mit Malamutin Mary im Schlepptau. Dass diese unterwegs hin- und wieder noch ihre Kreisgänge unternimmt, bringt Lasse nicht aus der Ruhe, geduldig wartet er, bis sie sich wieder eingekriegt hat und der Weg fortgesetzt werden kann. Für ihn ein Job, ein wirkliches Interesse zeigt er Mary gegenüber nicht, eher Einzelgänger wie Rudelhund.

Lasse präsentiert sich in der Station als „typischer“ Malamuterüde mit noch vielen kleinen Unsicherheiten, die dazu führen, dass er in manchen Situationen der Anleitung bedarf. Nicht ungewöhnlich für seine Rasse hinterfragt er die Führungsfähigkeit seiner Leinenhalter hin und wieder, dass die zugehörigen Menschen dieses Sondieren nicht übergehen sondern beantworten müssen, versteht sich eigentlich von selber.
Da Lasse in Sachen Jagdtrieb gut mit dabei ist, kann er nur in einem katzen- und kleintierlosen (er kann Türen öffnen oder schreddern!) Haushalt einziehen, Kinder sollten gut standfest sein (10 +) und die Erwachsenen recht sportlich, denn Bewegung spielt bei der Auslastung von Lasse eine nicht unerhebliche Rolle.

Berücksichtigen sollte man bei allen Überlegungen rund um Lasse auch, dass das Thema „Alleine sein“ vermutlich viel Basis-Arbeit von Nöten macht und möglicherweise über einen längeren Zeitraum hinweg von Lasses Seite aus Bedarf an einem 24-Stunden-Service bestehen könnte.

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Foto von Sina

Sina
Hund/Husky-Mix

Alter: 7

Die im März 2002 geborene Husky-Schäferhündin Sina kam im Welpenalter zu ihrem Frauchen, das mit den Jahren und eigener Familiengründung weniger und weniger Zeit für die intelligente und arbeitswillige Hündin aufbringen konnte. Mittlerweile lebt Sina bei den Eltern ihrer Besitzerin, doch auch dort ist eigentlich zu wenig Zeit für die lauffreudige Hundedame vorhanden, dazu kommt noch, dass die Mutter eine Hundehaarallergie entwickelt hat, die zunehmend zur Belastung wird.

In früheren Jahren haben Sina und ihr Frauchen so einiges ausprobiert, was Mensch und Hund zusammen machen können und Sina war jeweils mit Eifer und Gelehrigkeit bei der Sache, hier schlägt wohl der Schäferhund-Anteil durch. Dieser kann sich allerdings nicht in jeder Situation gegen den Husky-Anteil durchsetzen, als Reitbegleithund überzeugte Sina jeweils nur, bis ihr eine Spur in die Nase kam, der Husky in ihr führte sie dann punktum auf Abwege, so dass dem Frauchen diese Sportart irgendwann zu gefährlich wurde.

Als besser geeignet für Sina, weil mit Leine möglich, erwiesen sich Fahrrad fahren oder joggen, ihr Gehorsam dabei (eigentlich kennt sie die gängigen Kommandos) richtet sich unterwegs ganz nach ihrer Einschätzung vom begleitenden Zweibeiner. Sina gelingt es recht schnell, Menschen abzuchecken und sie hinsichtlich ihrer Konsequenz auszuloten, wie viele Nordische Hunde nimmt sie (um es mal mit einem Sprichwort auszudrücken) statt des dargereichten kleinen Fingers gern die ganze Hand. Wer allerdings eine klare Linie fährt, der hat mit Sina selbst bei banalen Gehorsamkeitsübungen einen ebenso aufmerksamen und konzentrierten Hund wie beim bewegungsreicheren Agility, denn auch da hat Sina mal hineingeschnuppert und es für gut befunden.

Sina ist eingebettet in einen Familienverband aufgewachsen, indem auch die nächste Generation zunehmend vertreten war. Schon mit dem ersten Nachwuchs, dem Patenkind ihres Frauchens, kam Sina zu dem Schluss, dass Kinder erst ab einem Alter von vier, fünf Jahren „ihr Ding“ sind, nämlich dann, wenn die kids langsam ihre Kräfte und Bewegungen abschätzen können. So differenziert wie die Einstellung zu Kindern ist auch die zu Katzen, selbstbewusste Miezen nötigen ihr Respekt ab und können gefahrlos passieren, wer Angst zeigt, dem wird gnadenlos nachgestellt. Die Vergesellschaftung mit Stubentigern ist also nicht wirklich anzuraten, es sei denn, Sie haben eine nicht weichende, von sich selbst überzeugte Kampfkatze, die eh schon am Zaun lauernd jeden Nachbarshund in Angst und Schrecken versetzt.

Als Hündin in den besten Jahren hat Sina ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt was die innerartlichen Kontakte angeht, als Hund ist ihr das Gegenüber entweder sympathisch oder nicht. Generell kommt sie mit größeren ruhig agierenden Hunden besser zu recht als mit kleinen Kläffern, die wirklich geduldigste ist sie mit nervigen Winzlingen nicht. Der Stellenwert von anderen Hunden ist bei Sina eh nicht besonders hoch, wichtiger ist ihr das gemeinsame Agieren mit ihrer Bezugsperson und ihr persönlicher „Sechser“ wäre eine Vermittlung als Einzelhund zu Menschen, die gemeinsam mit ihrem Hund so richtig etwas tun wollen.

Und wie schaut es aus? Können Sie Sina Führer, Partner und Kumpel in einer Person sein? Ja? Na dann, worauf warten Sie noch?

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Foto von Aykon

Aykon
Hund/Husky-Mix

Alter: 9

Aykon ist ein etwa 9 oder 10 Jahre alter nordischer Rüde, von dem wir weder das genaue Alter noch die genaue Rassezusammensetzung kennen – es könnte eine gute Dosis Malamute mit drin sein, denn irgendwoher müssen ja 40 kg und 70 cm Schulterhöhe stammen. Der Hüne ist mit dem für die Nordischen üblichen Jagdtrieb ausgestattet und wirft auch schon mal sein „Kampfgewicht“ in die Waagschale, wenn es darum geht, die Diskussion „den Weg weiter oder der Wildspur hinterher“ zu entscheiden.
Gesundheitlich ist er noch „voll fit“, das einzig erwähnenswerte wäre ein ziemlicher Überbiss, dem aber nur die Bedeutung eines „Schönheitsfehlers“ beikommt und dem Rüden seinen ganz eigenen Charme verleiht.

Aus Aykons ersten Jahren wissen wir nichts zu erzählen, schon ausgewachsen fanden ihn seine letzten Besitzer in einem deutschen Tierheim, wo er sich mit seiner Zugkraft bis dahin als richtiger Interessentenschreck erwiesen hatte. Seine Eingewöhnung war etwas anstrengend, denn er ist durch veränderte äußere Faktoren vergleichsweise leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen und braucht seine Zeit, bis er die neuen Gegebenheiten als „normal“ einstuft. Dann aber lebte er fünf Jahre lang glücklich, die meisten davon an der Seite einer Hündin, die dann verstarb. Aykon wählte als Haupt- und Lieblingsaufenthaltsort den Garten, als seine Menschen dann vom Haus in eine Wohnung zogen, gelangte er erneut in den Tierschutz.

Möglicherweise ist das Interesse an Aykon bislang so gering, weil manch einer nicht sicher ist, ob sich der Aufwand einer Eingewöhnung lohnen würde und wirklich der liebenswerte und im Alltag unkomplizierte Weggefährte in "XXL“ zu finden wäre.

Vielleicht trägt ja der Bericht seines festen Gassigängers dazu bei, dem freundlichen Aykon den Weg in ein richtiges und eigenes Zuhause zu bereiten:

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Foto von Lupa

Lupa
Hund/Husky

Alter: 9

Geboren im Januar 2000 wurde Lupa dreijährig vermittelt an eine Familie mit Kindern, wo sie zunächst als Einzelhund und später mit einem Rüden lebte, jetzt musste sie im Zuge einer Trennung erneut abgegeben werden.

Mit dem erneuten Einleben in den Tierschutz tut sich die neunjährige Husky Hündin etwas schwer, sie hatte viel Bezug zu ihren Menschen, ist sehr anhänglich und verschmust – etwas, das ihr unendlich wichtig ist und nun in der gewohnten Intensität fehlt. Betritt man das Gehege, so ist Lupa zur Stelle, natürlich auch in der Hoffnung, es wäre vielleicht Gelegenheit zu einem Spaziergang, vorrangig aber um sich Streicheleinheiten und ein paar freundliche Worte abzugreifen. Da ist sie sich selbst auch die nächste, wie man so schön sagt, ihr Gehegebewohner wird schon mal rücksichtslos weggeschubst oder weggekeift, während sie die Nähe in sich aufsaugt. Ein Verhalten, das sie übrigens schon in der Familie zeigte und das auch in Verbindung mit Futter auftritt.

Rein prinzipiell bräuchte Lupa zum Glücklich-sein keinen Artgenossen um sich herum, ihre Sozialpartner sind die Menschen, nicht die Hunde. Konsequent dieser Linie folgend verhält sie sich anderen Hunden gegenüber ziemlich zickig, lässt sich höchstens alle Jubeljahre mal für ein Spiel unter Hunden gewinnen und scheint nicht unglücklich, wenn sie bei Spaziergängen mit ihren Menschen nur ignorante Vierbeiner trifft. Für Lupa zählen unterwegs vor allem ihre Zweibeiner, es ist ihr wichtig, dass diese da sind, allerdings nur so lange, wie nicht eine interessante Wildspur oder gar eine Sichtung ihr vorübergehend alle Sinne bis auf den Jagdtrieb vernebeln – unangeleint gibt Lupa trotz aller Bindung und eigentlich vorhandenem Gehorsam „Fersengeld“. Es dürfte daher niemanden verwundern, dass Lupa mit Katzen oder Kleintieren nicht zusammenleben kann.

Obwohl an der Schwelle zum zweistelligen Altersbereich sollte man Lupa hinsichtlich Kondition, Willen und vor allem auch Kraft nicht unterschätzen, sie ist eine kerngesunde Husky-Lady und benimmt sich wie eine. Es geht also mit ordentlich Dampf und Zugkraft auf den Spaziergang und es dauert schon mehr als nur eine kurze Weile, bis das Tempo gemächlicher und der Zug auf der Leine weniger wird, so auf eine knappe halbe Stunde mit beflügelter Lupa sollte man eingestellt sein. Und danach ist noch lange nicht Schluss, im Gegenteil, der „gemütlichere“ Teil des Weges kann nach Belieben ausgedehnt werden ohne dass es einer Lupa in den Sinn käme, nach ihrem bequemen Körbchen zu verlangen.

Eine an sich problemlose Husky-Hündin also, die allem gewachsen ist, was im Alltag eines Familienlebens verlangt oder erforderlich ist und sich auch bei aktiven älteren Menschen wohl fühlen würde - ihres Alters wegen wird Lupa es aber doch ein wenig schwerer haben ein Heim zu finden, oder etwa doch nicht?

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Foto von Callis

Callis
Hund/Husky-Mix

Alter: 0

Möglicherweise erinnert sich noch der eine oder andere an einen der ersten groß in den Medien publizierten Fälle von Animal-Hoarding in Deutschland, die Räumung eines Geländes in Liebenwalde im Jahr 2006. Die Bilder von teilweise aus Erdlöchern geholten Welpen, verängstigten, scheuen, den Kontakt an Menschen nicht gewöhnten erwachsenen Tieren, die von Helfern mühsam eingefangen und starr vor Angst zu Boxen getragen wurden, sind vielen unvergesslich – einer jener hunderte von geborgenen Hunden war Callis, vermutlich dort hineingeboren so etwa um das Jahr 2004 herum.

Die Hunde, viele Husky- und Schäfermischlinge, wurden damals auf Tierheime in ganz Deutschland verteilt, die meisten davon konnten mit den Jahren abvermittelt werden, einige der besonders Scheuen sind allerdings immer noch dort, wo sie damals aufgenommen wurden. Callis konnte von dem damals für sie zuständigen Tierheim in 2007 vermittelt werden, als Schäfer-Husky-Mischling schien sie der Aufgabe, als Zweithund draußen auf einem Firmengelände zu leben und auf dieses ein wenig aufzupassen, gewachsen zu sein.

Für Callis war dieser Start in ein normales Hundeleben ein guter Ansatz, die Firmenmitarbeiter holten sie immer wieder ins Büro hinein, gingen mit ihr spazieren und gewöhnten sie so sehr behutsam mit den Monaten an die für andere Hunde ganz normalen Dinge wie die Vielzahl von Umweltgeräuschen durch Straßenverkehr, menschlichen Kontakt und menschliche Nähe.

Mit der Zeit zeigte sich dann aber, dass der Husky bei Callis nicht nur in Sachen „aufpassen“ durchschlug, also kein Fremder verbellt wurde, sondern sie trotz ihrer Vorgeschichte auch zu recht eigenverantwortlichem Handeln neigte und jede Chance nutzte, das Gelände unerlaubt zu verlassen. Dabei kehrte sie stets aus eigenem Antrieb zurück, allerdings wurden die Ausflüge mit zunehmender Sozialisierung von Callis länger, schließlich war sie sogar mal eine ganze Woche weg. Aber nicht etwa stromernd draußen unterwegs, sondern ganz gemütlich untergebracht bei einer Familie, von der sie sich hatte „finden“ lassen und die sie umsorgte, bis der Besitzer ausfindig gemacht war.
Auf Dauer ging diese Stromerei natürlich nicht und da es ein Firmengelände war, war es auch nicht möglich, Callis absolut ausbruchssicher unterzubringen, denn dass eine strikte Zwingerhaltung alles andere als eine optimale Hundehaltung ist war den Firmenmitarbeitern bewusst. Schweren Herzens suchten sie also nach einer Alternative für Callis, diesmal allerdings mit der Maßgabe, dass der Husky-Anteil in ihr auf jeden Fall im Vordergrund stehen müsse und so zog Callis im Einvernehmen mit dem einst vermittelnden Tierheim im Nordlicht ein.

Diese Veränderung warf Callis natürlich erst einmal zurück in ihrer Entwicklung, ausgehobene tiefe Erdlöcher verwandelten das Gehege bald in die reinste Kraterlandschaft und beim Eintreten eines Menschens verschwand Callis in die hintersten Winkel und Ecken. Man ließ ihr zunächst Zeit und den offensichtlich benötigten Freiraum, bedrängte sie nicht und bot dennoch aus der Distanz Kontakt und Beschäftigung an. Ein Verhalten, das sich bald auszahlte, denn Callis fand ihre Neugier wieder und rückte näher und näher – einzig mit dem allerletzten Schritt, dem Griff nach ihrem Halsband, hatte sie lange Schwierigkeiten. Über Wochen zeigte sie sich hier allzeit absprungbereit nach hinten weg und entzog sich – vielleicht ein Überbleibsel früherer Einfangaktionen. Heute ist dieses Verhalten bei ihr vertrauten Personen „Schnee von gestern“ und im Fall einer Vermittlung würde das mit einer „Hausleine“, die von den Besitzern mit etwas Abstand aufgenommen werden kann, auch nicht zum Tragen kommen.

Den Spaß am Spazierengehen hatte Callis schon mit den Firmenmitarbeitern entwickelt und einmal angeleint, fand sie sich darin bestätigt, rund um das Nordlicht gab und gibt es so vieles zu entdecken, das ihr Interesses weckt. Mittlerweile ist Callis richtig wild auf ihre Spaziergänge, es reicht der Anblick der Leine und sie bricht in Freude auf, saust wild umher und ist mächtig enttäuscht, wenn nicht sie gemeint war, sondern ihr Gehegekumpel Gass. An der Gehegetür positioniert krakeelt sie ihm dann hinterher, zunächst Entrüstung pur, die sich aber wieder legt und bei seiner Rückkehr wird der Rüde dann meist freudig von ihr begrüsst.

Callis und Gass sind überhaupt ein unerwartet gutes Gespann geworden, sehr oft sieht man die beiden miteinander durchs Gehege (das nun auch keine Kraterlandschaft mehr ist) spielen und toben, mal scheucht sie ihn, mal jagt er sie, die beiden haben regelrecht Spaß miteinander. Spaß hat Callis auch auf den Spaziergängen mit Tschaika und Yarko, denn interessanterweise tolerieren sich die beiden Damen, obwohl beide sonst nicht eben durch Verträglichkeit mit anderen Weiblichkeiten glänzen. Allerdings ist das Sozialverhalten beider so gut, dass sie eine Art gegenseitige Ignoranz als Basis gefunden haben, Yarko freut’s, denn die wechselnde Aufmerksamkeit zweier Damen tut so einem alten Hundemann natürlich gut.
Im neuen Zuhause von Callis sollte jedoch keine Hündin sein, gegen einen Rüden hätte sie vermutlich nichts einzuwenden - man sollte ja nie vergessen, dass es auch bei Hunden vorkommt, dass zwei sich spontan „einfach nicht ab können“. Über Callis Verhältnis zu Katzen braucht man nicht viel mehr zu sagen, als dass sie den bekannten Jagdtrieb zeigt, geht also gar nicht.

Um wirklich zuverlässig weitere Alleingänge von Callis unterbinden zu können, sollten im Haushalt lebende Kinder schon größer und in der Lage sein, so etwas wie ein „Gefahrenbewusstsein“ beim Rein- oder Rausgehen aus Haus- oder Gartentür zu entwickeln. Denn auch wenn die Hündin hinlänglich bewiesen hat, dass sie auf sich alleine gestellt bestens zurecht kommt, es könnte doch einmal ein Auto zur falschen Zeit oder ….

Callis ist auf ihrem Weg in ein ganz normales Hundeleben schon ein gutes Stück vorangekommen, sie braucht aber dennoch Menschen, die sie mit all ihrem Erlebten und Erfahrenen auf- und auch annehmen. Denn dass sie die Fähigkeit hat, ganz alleine auf sich gestellt zu überleben, wird Callis wohl nie vergessen und auch zukünftig unerschrocken durch versehentlich offene Türen schreiten um einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Sie braucht aber dennoch weiterhin ein gewisses Maß an Förderung und Forderung, um den eingeschlagenen Weg zu Ende zu gehen und eines Tages den meisten neuen Situationen souverän und unbeschwert an der Seite ihrer Menschen gegenüber treten zu können.

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Foto von Honey

Honey
Hund/Husky

Alter: 1

Für die einjährige Honey ist Tierschutz im Moment ein möglicher Ansatz, um mitgebrachte Defizite aufzuarbeiten, denn so wirklich viel Kontakt zur Außenwelt, vor allen Dingen zu anderen Hunden, hatte sie seit dem Welpen- / frühen Junghundalter nicht mehr. In der Gehege- und Gruppenhaltung in der Station ist sie derzeit am Lektionen nachholen, ähnlich einem Schulkind, das zwar alle Buchstaben des Alphabets kann, oft aber nicht weiß, wie die aneinanderfügen für ein bestimmtes Wort oder Aneinandergefügtes nicht richtig liest, sitzt auch Honey vor den Bausteinen ihres Sozialverhaltens und fügt diese mal erfolgreicher, mal weniger, zusammen.
Manches kann sie (noch) nicht ein- und zuordnen, eine aus anderer Ursache fiepsende Gehegemitbewohnerin bekam recht rasch eins auf die Mütze, der Fiepserei wegen, mit der Honey nichts anzufangen wusste. Und in manchem ist sie – da bislang als Einzelhund lebend – recht ichbezogen im Sinne von alles meins, es kam auch schon vor, dass sie einen durstigen vierbeinigen Kollegen mit viel tam-tam vom Wassereimer wegscheuchte.

Richtig schwierig sind für Honey derzeit die Erstbegegnungen mit einem Hund, da ist sie mangels Übung und natürlich auch von ihrem Alter her (wie sagt man so schön „nicht Fleisch, nicht Fisch“?) sehr unsicher und geht in die Scheinoffensive. Da wird vehement und wie sie meint eindrucksvoll geknurrt, auch schon mal ein Scheinangriff gestartet, auf Menschen kann das durchaus befremdlich wirken, die Stationshunde, die sie bisher kennen lernte, nahmen’s durchweg mit Gelassenheit und werteten es offensichtlich ohne Schwierigkeiten sehr treffend als Unsicherheit. Ist diese für Honey schwierige Hürde genommen, geht es oft gerade mit jüngeren Hunden recht schnell zum Spielen über und auch das ist für die junge Hündin derzeit wichtig und lehrreich, denn eigentlich ist sie für ihr Alter oft viel zu ernst und zu beherrscht.

Vieles davon könnte erlernt sein, denn die letzten Monate ihres Lebens bei ihrem Erstbesitzer bestanden für Honey vorrangig aus Warten und Geduldig sein, für einen jungen Nordischen wohl eine der schwierigsten Lektionen überhaupt. Angeschafft worden war sie aus dem Wunsch des jungen Erwachsenen heraus „ich will einen Hund“, der zweite Anlauf übrigens, den ersten hatte man schon nach kürzester Zeit weitergegeben, weil man rasch die Lust verloren hatte. Bei Honey solle nun alles anders werden und zumindest für den Besuch eines 10er Kurses in der Hundeschule reichten die guten Vorsätze, dann ging der Elan zu Ende und die Kumpel wurden wieder wichtiger. Die Familie, ein jüngerer siebenjähriger Bruder und die Eltern, fingen Honey auf, so gut es ging, aber so wirklich die Zeit und die Möglichkeiten, ihr gerecht zu werden, hatten sie nicht. Viel zu oft saß Honey daher einsam und alleine im Zimmer ihres Herrchens und wartete, still und leise, nur manchmal, vielleicht wenn es gar zu langweilig wurde, nagte sie etwas an.

Der schon erwachsene Sohn fand die Lust an Honey nicht wieder, die Eltern wollten verhindern, dass auch sie irgendwo „vertickert“ wurde wie der erste Hund und wandten sich an eine Nachbarin, von der sie wussten, dass sie sich im Tierschutz engagiert. Die zeigte den Eltern Möglichkeiten und diese bearbeiteten ihren Sohn, der sich schließlich dem mittlerweile sehr massiven Druck zu beugen schien. Aber nur, um an nächsten Tag einen Rückzieher zu machen, ihm war eingefallen, dass er für Honey einmal Geld bezahlt hatte und davon wollte er zumindest etwas wieder sehen, übers Internet verkauft sich ja fast alles. Mit den Eltern gab es dann richtig Krach und die Fronten drohten zu verhärten – die Nachbarin schaltete sich nochmals ein und tauschte kurzerhand Scheine gegen Honey bevor die via Internet irgendwo als Gebärmaschine landete und aus einem Elend viele würden. Und so zog Honey dann in der Station im Schwarzwald ein.

Im nächsten Zuhause soll nun manches anders werden, nicht alles, denn Honey wurde immer gut behandelt und hat sich so zu einer sehr lieben und anhänglichen jungen Hundedame entwickelt. Aber mehr Unternehmungen, mehr Spaziergänge, mehr Begegnungen mit anderen Hunden, mehr Spiel mit Mensch und Hund soll her, kurz einfach all das, was so ein junges Hundeleben fröhlich und ausgefüllt werden lässt, zum Stubenhocker kann man später, im Alter, vielleicht noch mal mutieren, doch jetzt soll Zeit für anderes sein.

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Foto von Torok

Torok
Hund/Husky

Alter: 9

Geboren wurde Torok Anfang des Jahres 2000 und sah zunächst einer verheißungsvollen Zukunft als aktiver Schlittenhund entgegen. Doch leider gelang es dem Rüden ausgewachsen und trainiert nicht, die von seinem damaligen Halter angestrebte Leistung zu erbringen oder knallhart formuliert: Torok war zu langsam. Mit dieser Tatsache ging der Halter nicht lange um, mit einem der nur frisst, aber nicht rennen kann, wollte er sich nicht beschweren und flugs wurde Torok abgegeben.

Ein neues Obdach fand Torok bei einer Familie mit mehreren Kindern und einer schon vorhanden Hündin, bei der die Bezeichnung „Zicke“ durchaus angebracht ist. Obwohl diese ihm das Eingewöhnen auch nicht eben leicht machte und ihm das ganz alltägliche Leben im Haus und mitten in einer Familie vollkommen fremd war, fasste Torok tatsächlich Fuß und konnte bleiben. Doch wieder erwies sich das gefundene Glück als trügerisch, die Besitzer lebten sich zunehmend auseinander und schließlich folgte die Trennung. Torok und seine Gefährtin gingen zunächst mit ihrem Frauchen, doch diese konnte auf Dauer finanziell und zeitlich Kindern und Hunden nicht gerecht werden und musste schließlich die Vierbeiner abgeben.

Den Einzug in die Station verkraftete Torok gut, vielleicht weil er ähnliche Umstände aus seinen jungen Jahren kennt und gelernt hat, das Beste daraus zu machen. So hatte er rasch auch die Herzen der Gassigängerinnen und Betreuerinnen gewonnen, die ihn nach einigen Tagen zusammenfassend als vollkommen unkompliziert beschrieben und es auch heute noch tun würden, wäre da nicht der Besuch des Geschäftsführers gewesen.

Dieses erste Zusammentreffen mit einem Mann seit dem Einzug in den Tierschutz gestaltete sich in den Anfängen etwas schwierig, da Torok hier auf einmal Diskussionsbedarf darüber sah, wer denn jetzt wem was ansagt. Nach einigen, teilweise auch etwas groben Rüpeleien war die Sache dann allerdings klar und Torok mit dem Ergebnis (trotz Nicht-Durchsetzens) so auch einig – offen ist allerdings das warum und wieso er diese Situation hinterfragt hat. Möglicherweise hat es etwas damit zu tun, dass er eben nun lange nur ein Frauchen hatte, es kann aber auch etwas anderes auslösend gewesen sein. Im Hinterkopf sollte man – wenn man sich denn für ihn entscheidet – aber wohl haben, dass er einmal gesetzte Grenzen nicht unbedingt als für immer unveränderlich hinnimmt.

Wie viele Hunde mit einem Sporthintergrund ist Torok recht verträglich und umgänglich mit seinen Artgenossen, beim Futter hört allerdings auch bei ihm die Freundschaft auf.
Sein Jagdtrieb ist den Beobachtungen des früheren Frauchens für Husky-Verhältnisse eher bescheiden ausgeprägt, sie konnte ihn, der sie wohl auch ziemlich „anhimmelte“, teilweise in übersichtlichem und wildarmen Gelände ableinen und angeleint ohne Mühe deutlich sichtbare Katzen problemlos passieren. Er geht überhaupt recht entspannt an der Leine und zieht eher selten, was einen nicht dazu verleiten sollte, ihn zu unterschätzen. Torok ist trotz seiner bald zehn Jahre noch Lichtjahre vom Couch-Potatoe entfernt, liebt lange und ausgiebige Spaziergänge und Unternehmungen aller Art.

Torok kann gerne wieder an die Seite einer Hündin vermittelt werden, wobei es ihm ein weniger zickiges Modell wahrscheinlich auch täte, zu Katzen oder Kleintieren trotz des schwächer ausgeprägten Jagdtriebs wohl eher nicht, es sei denn, die potentiellen neuen Besitzer haben mit der Aneinandergewöhnung von Hund und Katz schon Erfahrung. Obwohl nun aus einer Familie mit Kindern abgeben, ist für Torok Kind nicht gleich Kind, alles unterhalb des Grundschulalters ist irgendwie befremdlich für ihn geblieben und er zeigt sich da (wie manch anderer Hund auch) ziemlich schreckhaft. Es muss übrigens nicht wieder eine Familie für Torok sein, eine gute Figur könnte er auch an der Seite eines konsequenten Frauchens oder eines älteren, aber sonst junggebliebenen Paares machen.

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Foto von Basko

Basko
Hund/Husky

Alter: 3

Basko oder Hundewelt aufgepasst: hier kommt Macho-Basko

BaskoDer etwa dreijährige Rüde Basko kam über in Kroatien engagierte Tierschützer in die Vermittlung, über sein Vorleben weiß man wenig, es hieß, er habe in einer Familie gelebt und wenig Kontakt zu anderen Hunden gehabt.

Dies wäre, wenn es denn so war, eine plausible Erklärung für das Verhalten, das Basko seit seiner Ankunft in der Station zeigt. Auf den Spaziergängen und im Umgang mit den Menschen erscheint er offen, sicher und gewandt, also keinesfalls ein Hund, dem es in der Beziehung an Vorerfahrungen fehlt, er geht auch (meist) locker an der Leine.

Seine Defizite liegen woanders, so wirklich allumfassend „gesellschafts- oder besser vergesellschaftungsfähig“ ist er nämlich nicht. Basko will im Umgang mit den anderen Hunden immer und überall die Nase vorn und das letzte Wort (oder besser das letzte Wuff) haben, kurz er bettelt geradezu danach, dass ihm mal einer der wirklich souveränen älteren Rüden die Flügel stutzt.

Während die Zweibeiner ihn davor gern bewahren würden, vor allem weil Basko keiner zu sein scheint, der dann klein bei gibt, wenn er auf verlorenem Posten steht, setzt Basko alles dran, genau mit diesen Rüden so richtig Zoff anzufangen. Speziell mit Aykon legte er sich so an, dass es Gehege an Gehege gar nicht ging und man eines als Puffer zwischen drin brauchte, verschont von seinen Pöbeleien wurden nicht einmal Akoda und Alaska, die beiden hünenhaften Malamuten - das schmächtige Kerlchen kann ein richtiger Stänkerer sein. Mit dem jungen Knut, ebenfalls kein Riese, kam er hingegen von Anfang an super aus und konnte mit ihm problemlos Nase an Nase ein Grasbüschel in seine Geruchsbestandteile zerlegen.

Mit Hündinnen pflegt Basko einen deutlich entspannteren Umgang, am besten kommt er (wen wundert’s?) mit jungen, wenig selbstbewussten Mädels aus, gestandene, souveräne Hündinnen reizt er bisweilen mit seiner selbstgefälligen Art.
Irgendwie drängt sich da der Gedanke „Macho-Gehabe“ auf, auch wenn das eigentlich eine auf das Verhalten bestimmter männlicher Zweibeiner gemünzte Bezeichnung ist. Aber der Begriff fasst schön zusammen, wo die Schwierigkeiten liegen und erklärt, warum der im Umgang mit Menschen eher unkomplizierte Rüde in die Hände von Nordisch-erfahrenen gehört.

Basko ist wirklich wie ausgewechselt im Umgang mit Gassigängern , Besuchern oder Personal, freundlich und lustig. Aber auch hier zeigt den anderen Hunden gegenüber diese „ich bin der Mittelpunkt“-Mentalität, rücksichtslos schiebt er beiseite, wer vor ihm zur Stelle war. Ihm da in der Station klare Grenzen aufzuzeigen ist mitunter schwer, er hat ganz schön Charme, den er in diesen Situationen natürlich voll ausspielt. BaskoZum Vorteil gereicht ihm dabei auch, dass er von Kopfform und Ausdruck her viel vom Malamute hat, obwohl die restliche Statur eher dem Husky zuzuordnen ist. Regelrecht umgarnen und einwickeln kann er einen so und vielleicht wäre es nicht die schlechteste Idee, er würde einen Platz als Einzelhund bekommen. Zu einer Hündin ginge vermutlich auch, bis die beiden sich arrangiert haben, sollten die Zweibeiner aber wohl besser ein wachsames Auge drauf haben. Katzen- oder Kleintierverträglichkeit ist bei Basko unserem Wissen nach nicht gegeben, auch da ist er sich selbst wohl der nächste…

Für Basko suchen wir also nach einem Zuhause bei erfahrenen Fans nordischer Hunde, die ihn auslasten und beschäftigen und idealerweise mit ihm an seinem Sozialverhalten Artgenossen gegenüber arbeiten.

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Mirella
Katze, EKH
Alter: 1
Standort: Aachen
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Blacky (m)
Hund, Mischling
Alter: 1
Standort: Essen
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Hund, Setter
Alter: 2
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